Rückblick Herbstsession 2026
In der Herbstsession der eidgenössischen Räte wurden unter anderem die nachfolgenden Bundesrats- und Parlamentsgeschäfte behandelt / neu eingereicht:
Neu eingereichte parlamentarische Vorstösse
Eingereicht durch die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates UREK-S
Worum es geht: Mit der Motion wird der Bundesrat beauftragt, die normative Bedeutung des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) auf den ursprünglichen Kerngehalt zurückzuführen.
Eingereicht durch NR Ueli Schmezer, SP BE
Worum es geht: Die Motion fordert vom Bundesrat, die gesetzlichen Grundlagen auf Gesetzes- und Verordnungsstufe so anzupassen, dass übermässige Innenraumtemperaturen in Mietwohnungen als Mangel im Sinne des Mietrechts gelten. Es wird gefordert, dass insbesondere die Voraussetzungen für die Behebung des Mangels sowie die Herabsetzung des Mietzinses konkretisiert werden.
Eingereicht durch die Grüne Fraktion sowie SR Maya Graf, Grüne BL
Worum es geht: Mit den beiden gleichlautenden Motionen soll der Bundesrat beauftragt werden, spätestens ab dem 1. Januar 2030 gesetzliche Grundlagen zu schaffen, wonach in der ganzen Schweiz keine Heizungsanlagen mehr in Betrieb genommen werden sollen, deren Wärmeerzeuger mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Dies soll sowohl für Neubauten wie auch für den teilweisen oder vollständigen Ersatz bestehender Heizungsanlagen gelten.
Eingereicht durch NR Raphaël Mahaim, Grüne VD
Worum es geht: Der Bundesrat soll die gesetzlichen Grundlagen auf Gesetzes- und/oder Verordnungsstufe so anpassen, dass übermässige Innenraumtemperaturen in Mietobjekten als Mangel einfacher eingefordert werden können.
Eingereicht durch NR Ursula Zybach, SP BE
Worum es geht: Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht darzulegen, wie Bund und Kantone bestehende Normen, Standards und Förderinstrumente weiterentwickeln können, damit Gebäude besser vor sommerlicher Überhitzung geschützt und der zusätzliche Energiebedarf für Kühlung begrenzt werden können.
Entscheide während der Herbstsession
Eingereicht durch NR Thomas Aeschi, SVP ZG
Worum es geht: Die Motion verlangt vom Bundesrat eine Verschärfung des Bundesgesetzes über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland («Lex Koller»).
Stand der Beratung: NR Aeschi hat zwei Punkte in der Motion zurückgezogen, nachdem diese in der vorberatenden Kommission keine Mehrheit gefunden hatten. Die wesentliche Forderung (Punkt 1 der Motion), wonach die in den letzten vierzig Jahren beschlossenen Lockerungen der Lex Koller rückgängig zu machen sind, wurde vom Nationalrat gutgeheissen. Bevor der Ständerat die Motion behandelt, wird sie in der Kommission für Rechtsfragen des Ständerates (RK-S) diskutiert.
Eingereicht durch den Bundesrat
Worum es geht: In seiner Botschaft schlägt der Bundesrat vor, dass sich Gebäudeeigentümer/innen künftig an den Kosten für die Behebung von Gebäudeschäden infolge Erdbeben beteiligen müssen.
Stand der Beratung: Der Nationalrat hat während der Herbstsession 2026 entschieden, nicht auf das Bundesratsgeschäft einzutreten. Da der Ständerat dies bereits im Dezember 2025 beschloss (d. h. das Geschäft wurde nicht inhaltlich beraten), ist das Geschäft nun erledigt.
Glossar
Geschäfte des Bundesrates sind Botschaften und Berichte des Bundesrates, welche dem Parlament unterbreitet werden. Mit einer Botschaft kann der Bundesrat dem Parlament beispielsweise mehrere Erlassentwürfe vorlegen.
Mit einer Motion gibt das Parlament dem Bundesrat den Auftrag, einen Entwurf zu einem Erlass dem Parlament vorzulegen oder eine Massnahme zu treffen.
Ein Postulat beauftragt den Bundesrat zu prüfen und zu berichten, ob ein Entwurf zu einem Erlass der Bundesversammlung vorgelegt oder eine Massnahme getroffen werden muss.